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Die Gehirndominanz

Sicher haben Sie schon einmal etwas über die so genannte rechte und linke Gehirnhälfte gehört und dass das Handeln und Sein eines Menschen von der momentanen Gehirndominanz abhängig ist.

Wenn wir von rechter Gehirnhälfte und linker Gehirnhälfte sprechen meinen wir jedoch im Grunde gar nicht die gesamte rechte bzw. linke Hälfte des menschlichen Gehirns, sondern lediglich die Bereiche, welche sich direkt hinter der Stirn, im Gehirn, befinden. Diese nennt man Frontallappen. Das sind die Zentren unseres Gehirns, die für bewusstes Denken und Handeln zuständig sind. Dabei teilen sich die möglichen Handlungsweisen und Denkensarten in zwei Kategorien.


Mit Hilfe von wissenschaftlichen Messverfahren ist man schon seit einigen Jahren in der Lage mittels ULP- Messung (Ultralangsame Potentiale – siehe dazu: Die Gehirndominanz – wissenschaftliche Hintergründe) festzustellen, welche Gehirnhälfte ein Mensch bevorzugt. Aus vielen Jahren der Forschung und Trainingspraxis im Bereich von Spitzensport- und Management- Mentaltraining haben sich schließlich sehr zuverlässige Tests heraus kristallisiert, welche es einem Menschen, der keinen Zugriff auf ein Biofeedback Messgerät hat, erlauben, die eigene Gehirndominanz zu analysieren. Die eigene Gehirndominanz zu kennen bedeutet den Schlüssel zum eigenen Denken, Handeln aber auch zu den ganz persönlichen Problemen im Leben in Händen zu halten.

 

Der Rechtshirntyp

  • Er spricht in Gefühlen, oft auch sehr negativ
  • Er ist vergangenheitsbezogen
  • Er versucht alle möglichen Therapien und bricht sie wieder ab
  • Er ist mit nichts zufrieden, depressiv, launisch, emotional schwankend und tut sich selbst am meisten leid.
  • Er ist selbstzerstörerisch, rechnet immer mit dem Schlimmsten, lernt langsam und oft qualvoll (für die Anderen!) seinen inneren und seinen körperlichen Zustand selbst zu verbessern.
  • Unter diesen Hirntypen finden wir aber auch die charismatischen Typen. Alle charismatischen Menschen sind rechtshirnige und extrovertierte Persönlichkeiten.

 

Rechtshirn-Typen suchen Arbeiten, oder besser gesagt, in der Sprache des Rechtshirn-Typs gesprochen, sie suchen Tätigkeiten, die Spaß machen, wie malen, musizieren, zeichnen, leichte Gartenarbeit, gestaltende Tätigkeiten. Sie denken an vieles gleichzeitig, beginnen mehrere Tätigkeiten auf einmal, brauchen eine Menge Platz. Sie haben eine hohe Ausdrucksfähigkeit (solange sie sich nicht zu sehr dämpfen), sie sind mitteilsam, oft spirituell und erfinderisch, reißen andere durch ihre Ideen mit und werden auch selbst von anderen leicht mitgerissen, sie sind oft wortgewandt und suggestiv.

Sie sind als Kind oft schwerer erziehbar, da sie Probleme mit dem Erkennen von Recht und Unrecht haben. Unter Belastung haben sie -vermehrt- keine feste Vorstellung von ihrer Identität, ihnen scheint zu einem gewissen Grad die Fähigkeit zu fehlen, Emotionen von Gedanken und Ideen zu trennen. Sehr leicht geraten sie innerlich in Panik und reagieren mit Hilflosigkeit und mangelnder Kontrolle. Probleme wie Fettleibigkeit und Genusssucht stellen sich bei Dauerbelastungen (Stress) ein. Oft glauben sie an Schicksal und Zufall, ohne menschliche Willensfreiheit. Bei schwerer oder chronischer Erkrankung neigen sie schnell zu einer fatalistischen Einstellung.

Gewohnte Problemlösung: Der Rechtshirn-Typ löst seine Probleme intuitiv, mit Gefühl für "Ganzheit". Er ist für neue Ideen und Entwicklungen offen, er lernt durch Aktion, tun und beobachten. Nach unseren Erfahrungen können diejenigen, die den Willen dazu haben oder entwickeln können, die eigene Selbstkontrolle jederzeit erlernen und auch gezielt anwenden.

 

Der Linkshirntyp

  • Argumentiert logisch und hat für alles Erklärungen
  • Ist zukunftsbezogen
  • Hat nie Zeit und ist mit "Volldampf in den Herzinfarkt" unterwegs, jegliches Körpergefühl (Körperbewusstsein) ist ihm fremd
  • Er ignoriert die Warnsignale seines Körpers.
  • Ist nervös, unruhig, hektisch, überdreht, oft sogar euphorisch, aber er lernt auch schnell unter Anleitung seinen Zustand zu verbessern.
  • Er neigt zu Hypochondrie.
  • Und er kann wenig mit inneren Bildern und Gefühlen anfangen.
  • Linkshirntypen übernehmen gern die Leitung und Steuerungvon Aktivitäten und Unternehmungen. Sie sind aufgabenorientiert, ergebnisorientiert, arbeiten gerne mit Listen von Dingen, die zu erledigen sind. Sie brauchen zum "glücklichen Leben" Erfolg und Anerkennung, aber auch Ordnung und regelnde Struktur. Sie haben eine feste, sogar oft starre Vorstellung von ihrer "Selbst"- Identität und ihren Zielen.

 

Gewohnte Problemlösung: Der linkshirnige Typ löst seine Probleme logisch, analytisch, Schritt für Schritt. Er bevorzugt Zahlen, Fakten in logischer Abfolge, interessiert sich für Technik, Finanz- oder Rechnungswesen. Er lernt in der Auseinandersetzung mit Fakten. Linkshirntypen können ebenso wie die Rechtshirntypen ernste Probleme haben, aber es steht fest, dass sie bei richtiger Führung schnell ihren Zustand verbessern können.

 

Das Stammhirn

Das Stammhirn ist entwicklungsgeschichtlich gesehen der älteste Teil unseres ganzen Gehirns. Man nennt es auch Reptiliengehirn und das nicht ohne Grund, denn es hat als wichtigste Aufgabe die Sicherung des Überlebens. Wichtige Funktionen wie Atmung, Herzschlag, Blutkreislauf oder andere überlebenswichtige Aufgaben werden hier abgehandelt. Außerdem findet hier auch die Steuerung von bestimmten Reflexen statt. Zu denen gehören Niesen, Husten, Lidschluss, Erbrechen, usw. Das Stammhirn ist darüber hinaus auch das Zentrum der Triebe. Man könnte sagen, dass die rechte und linke Gehirnhälfte die Gegenspieler des Stammhirns sind.

 

Das Zusammenspiel

Jeder Mensch verfügt über diese beiden Gehirnhälften und ist von Natur aus in der Lage beide einzusetzen. Die Gehirndominanz sagt einzig und alleine aus in welchem Verhältnis beide Hälften zueinander stehen. Die oben genannten Vor- und Nachteile jeder Hemisphäre treten vor allem dann besonders stark in Erscheinung, wenn die jeweilige Gehirnhälfte in ihrer Aktivität stark überwiegt. Das heißt, dass jemand mit einer starken Ausprägung der rechten Gehirnhälfte und im Vergleich dazu einer niedrigen Aktivität der linken Gehirnhälfte eher in die oben genannten Schemata des Rechtshirnigen passt, als ein Mensch, der nur ein minimales Übergewicht der rechten Gehirnhälfte (das heißt es herrscht fast schon eine Balance zwischen rechter und linker Hirnhälfte) aufweist. Die persönliche Ausprägung von Gehirndominanz und Nerven- bzw. Stresstyp sollte stets bedacht werden wenn es um wichtige Entscheidungen geht. Ein Beispiel dafür wäre die Wahl von Beruf, Schule oder der Förderung von Talenten.