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Biofeedback

Entstehung und Entwicklung der Biofeedbackforschung

Der Begriff Biofeedback (Rückmeldung von biologischen Werten) stammt aus der, von Norbert Wiener begründeten Wissenschaft der Kybernetik, einer Wissenschaft, die sich mit der Steuerung, Kontrolle und Kommunikation in Organismen und Maschinen befasst. Der Ausdruck Biofeedback selbst entstand aufgrund einer Reihe von wissenschaftlichen Entdeckungen, die zweifelsfrei nachwiesen, dass der Mensch, aber auch Tiere, über die überraschende Fähigkeit zur Selbstkontrolle verschiedener körperlicher und geistiger Funktionen verfügt. Besonders interessant war dabei auch die Tatsache, dass sich auch das autonome Nervensystem, von dem man annahm, es wäre nicht zu beeinflussen, steuern ließ. Der Anfang dieser Wissenschaft geht mindestens auf das Jahr 1969 zurück. Damals wurde diese Technik erstmals von Wissenschaftlern bei einem Treffen in Santa Monica, Kalifornien, USA, so bezeichnet. Der Grundgedanke dahinter lautet: Biologische Reaktionen können durch ein Feedback, also eine Rückmeldung, gemessen und Verändert werden. Das willentliche Steuern „innerer“ Körperprozesse, das lange Zeit als Geheimnis östlicher Philosophien angesehen wurde, wurde so im Laufe der Zeit in klinischen Versuchen und Später auch in der klinischen Praxis einsetzbar gemacht.

 

Das Biofeedbacktraining

Im Biofeedback vereinen sich westliche Technologie, Physiologie und Informatik mit östlicher Philosophie wie Yoga oder Zen, um nur einige Beispiele zu nennen. Das Biofeedback ermöglichte auch völlig neue Anwendungsbereiche von High Tech. IC- Technik, Computertechnik im allgemeinen und auch neuere Technologien wie die der Handytechnologie wurden um ein neues Anwendungsgebiet bereichert. Durch Biofeedback scheint sich eine alte Annahme, nämlich dass Geistiges und Materielles in der Grundessenz ein und dasselbe seien zu bewahrheiten! Sie unterscheiden sich lediglich in ihrem Ausdruck. Der Geist ist stets der Baumeister, auch wenn dies vielen Menschen erst nach Kennlernen des Biofeedback klar wurde bzw. klar wird. Dadurch eröffnet sich uns eine völlig neue Betrachtung von Körper und Geist.

Besonders die Messung und das Biofeedbacktraining der psychogenen Hirnfelder (Ultralangsame Potentiale, welche ereignisbezogen sind) erweiterte die Möglichkeiten des Biofeedbacktrainings um eine weitere Dimension. Speziell die Bereiche des Lernens, Behaltens und der Forschung um die Konzentration konnten erst nach Entwicklung besonderer Messgeräte ausreichend erforscht werden. Ein wesentliches Kennzeichen moderner medizinischer Messgeräte ist ihre große Empfindlichkeit und ihre eingebaute Logik, eine Folge der Explosion der Computertechnologie mit immer schnellere und leistungsfähigere IC's, Computer, Programme Übertragungsmöglichkeiten (wie z.B. Bluetooth) welche Messungen in feinsten Bereichen ermöglichen. Solche Geräte, können von der Hautoberfläche aus Signale des Körpers und des Gehirns messen, verstärken, filtern und in sinnvolle Grafiken und Töne umwandeln. So können Informationen über Vorgänge im Körperinneren der Versuchsperson bewusst gemacht werden, während sie geschehen (online). Durch diese Technologie hat sich gezeigt, dass eine willentliche Kontrolle über psychophysiologische Vorgänge möglich ist, die als selbständig (autonom) gelten, und sich normalerweise der willentlichen Regelung verschließen. Man kann auch sagen, dass mit Hilfe des Biofeedbacktrainings das Bewusstsein auf unbewusste Vorgänge im Körper ausgedehnt werden kann.

Das Erlernen dieser psychosomatischen Selbstkontrolle ist denkbar einfach. Einem Trainierenden wird zum Beispiel die Aufgabe gestellt, seinen Pulsschlag willentlich zu senken. Dabei ist er an ein Biofeedbackgerät angeschlossen, welches nichts verändert sondern lediglich die Werte – in dem Fall den Pulsschlag – detektiert. Gelingt es der Person aus welchem Grund auch immer die Pulsfrequenz, auf welche Art auch immer, zu senken, so wird er in Form der, sich senkenden Linie, des sich senkenden Wertes oder eines Tones „belohnt“. Auch der Biofeedbacktrainer kann darauf stark Einfluss nehmen. Die Praxis des Visualisierens in Kombination mit Autosuggestionen hat sich dabei auch immer wieder als höchst effektiv erwiesen. Dies ist anscheinend wichtig für das Auslösen psychologischer Vorgänge, die zu physiologischen Veränderungen führen. Diese Veränderungen ergeben sich im wesentlichen aus dem psychophysiologischem Prinzip, das lautet: "Jede Veränderung des physiologischen Zustandes wird begleitet von einer entsprechenden bewussten oder unbewussten, Veränderung des geistig-emotionalen Zustandes. Umgekehrt wird jede Veränderung des geistig-emotionalen Zustandes bewusst oder unbewusst begleitet von einer entsprechenden Veränderung des physiologischen Zustandes." Ziel dieser Praxis ist es, aus dem Körper einen unbezahlbaren Verbündeten zu machen, der sich den eigenen Vorstellungen fügt. Einmal abgeschlossen automatisieren Körper und Geist ihr Zusammenspiel nach dem Biofeedbacktraining so weit, dass in einer Situation wie Stress automatisch das „Anti- Stress- Programm“ des Organismus gestartet wird. Es kommt also zu einem Reflex. Das Biofeedbackgerät ist also nur zum Erlernen neuer Fähigkeiten notwendig. Sobald man eine beherrscht kann man sie jederzeit „ein- und ausschalten“. Ein regelmäßiges Trainieren, das sollte man noch sagen, hat allerdings den Effekt, dass erlernte Fähigkeiten mit jeder Übungseinheit noch effektiver werden und die Geschwindigkeit des Aktivierens eines Effekts kann gesteigert werden. Gerade Kinder sprechen hervorragend auf Biofeedbacktraining an. Ängste und Lernprobleme können in der Regel bei regelmäßigem Trainieren schnell gelöst werden, ohne dass ein richtiges Gefühl von „Arbeit“ beim Training aufkommt. Kinder, so amerikanische Forscher, sind in der Lage, wenn sie das Prinzip des Biofeedback einmal verstanden haben, ihre neu erworbenen Fähigkeiten auf kreative Art und Weise auch auf andere Situationen in ihrem Leben umzulegen. Sie lernen die Beeinflussung ihres Organismus und Geist noch auf eine spielende Art kennen. Oft können mit Biofeedback also Probleme nicht nur gelöst sonder im Vorfeld schon vermieden werden. Krankheiten, die auf ein Fehlverhalten des Nervensystems zurückzuführen sind, können ohne die Verabreichung von Medikamenten mit außerordentlich schädlichen Nebenwirkungen (vor allem bei Kindern) oft auf natürliche aber wissenschaftliche Art und Weise behandelt werden.

 

Zusammenfassung: Was ist Biofeedback?

  • Biofeedback ermöglicht ein neuartiges Verhaltenstraining auf Basis eines wissenschaftlichen Systems, welches sich elektronischer Geräte als Hilfsmittel bedient.
  • Bisher unbewusste Körperfunktionen werden sichtbar (PC, Handy, usw.) und bewusst gemacht
  • Diese Körperfunktionen können durch den eigenen Willen gesteuert werden und ein absoluter Einfluss auf den eigenen Körper wird vermittelt
  • Unsere Vorstellung erlaubt es uns also durch Visualisieren Organe im Körper zum Beispiel zu beeinflussen
  • Im Sport (vor allem aber auch im Spitzensport) kann die Leistung durch ein richtiges Mentaltraining und das Abbauen von Ängsten und ähnlichem eine bessere Leistung erzielt werden
  • Biofeedback verbessert dauerhaft körperliche wie auch psychische Zustände